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Andere Pokervarianten

Hier erhälst du eine kurze Einführung in die Grundlagen anderer Pokervarianten:

-Omaha Hi/Lo Poker

-Razz

-Seven Card Stud Poker

-Five Card Draw Poker

-Chinese Poker



Omaha Hi/Lo Poker

Omaha wird ähnlich dem Texas Holdem gespielt. Der Unterschied ist, dass jeder Spieler zu Beginn vier verdeckte Karten erhält und für die Kartenkombination am Ende zwei davon auswählen kann. Von den vier offenen Karten dürfen immer nur zwei für das beste Blatt ausgewählt werden dürfen. Hat man am Anfang also vier Asse, so können nur zwei hiervon mit den fünf offenen Karten in der Mitte verwendet werden.
Spiele wie Seven-Card Stud oder Omaha werden manchmal auch in einer High/Low Variante gespielt. Dies bedeutet, dass nicht nur das beste Blatt den Pott gewinnt, sondern auch das Niedrigste. Hierbei müssen allerdings alle 5 Karten unterhalb der Neun liegen (Beispielsweise: 2-3-5-6-8). Bei mehreren Low-Händen gewinnt die Hand, mit dem niedrigsten Wert auf der höchsten Karten. Sind die höchsten Karte identisch wird die zweithöchste Karte beider Blätter verglichen usw. Ein Beispiel dazu: 2-3-5-6-7 schlägt A-2-4-6-8 und A-2-3-5-7 schlägt A-2-4-6-7

Razz

Der Ablauf bei Razz ähnelt sehr dem von Seven-Card-Stud. Allerdings gewinnt bei Razz die niedrigste Hand, wobei Straight und Flush nicht gezählt werden und das Ass die kleinste Karte ist. Somit ist die beste Hand: A-2-3-4-5. Paare, Drillinge und Vierlinge zählen gegen dich, d.h. 5-5-Q-2-A ist schlechter als K-Q-5-2-A.

Ablauf:
Zunächst zahlt jeder Spieler das Ante, meist entspricht das Ante 1/5 des SmallBet, d.h. bei einem Limit von $2/$4 beträgt das Ante 40c. Im Anschluss werden die Karten ausgegeben. Dabei erhält jeder Spieler zuerst 2 verdeckte und dann 1 offene Karte.
Bei Razz muss der Spieler mit der höchsten offenen Karte (bei Gleichheit entscheidet die Farbe: Pik vor Herz vor Karo vor Kreuz) den "Bring-In" setzen. Dieser Einsatz beträgt entweder die Hälfte des SmallBet oder den vollen SmallBet, wenn er erhöht (bei einem Limit von $2/$4 also entweder $1 oder $2). Solange dieser Betrag von keinem anderen Spieler geraist wurde, braucht er keine weiteren Chips in die Mitte legen um die nächste Karte zu sehen.

4th Street - Jeder Spieler erhält eine weitere offene Karte und der Spieler mit der schwächsten Kombination aus den 2 offenen Karten (das Schwächste wäre A-2) beginnt die action. Jeder Bet und jede Erhöhung muss beim Fixed Limit Razz in Höhe des SmallBets gesetzt werden.

5th Street und 6th Street - Es wird je eine weitere offene Karte gegeben und es beginnt jeweils der Spieler mit der schlechtesten Kombination. Jeder Bet und jede Erhöhung muss beim Fixed Limit Razz nun in Höhe des BigBet erfolgen.

7th Street - Die letzte Karte wird verdeckt gegeben, es beginnt der Spieler, der auch die vorherige Runde begonnen hat. Nach dieser Setzrunde kommt es zum Showdown.

Seven Card Stud Poker

Beim Seven-Card Stud müssen alle Spieler, im Unterschied zu Texas Holdem oder Omaha, einen kleinen Grundeinsatz (Ante) setzen um am Spiel teilzunehmen. Jeder Spieler erhält zu Beginn zwei verdeckte und eine offene Karte, wonach eine erste Wettrunde folgt. Danach werden jeweils eine vierte, fünfte und sechste Karte offen, jeweils gefolgt von einer Wettrunde, ausgeteilt. Die siebte Karte wird wieder verdeckt ausgeteilt und es folgt eine letzte Wettrunde. Zum Schluss wählt jeder Spieler aus seinen sieben Karten (drei verdeckte, vier offene) fünf Karten aus, die sein endgültiges Blatt darstellen. Die beste dieser Kartenkombination gewinnt die zuvor gemachten Wetteinsätze.

Man kann Seven Card Stud auch als High/Low Variante spielen. Dabei gewinnt nicht nur das beste Blatt den Pott, sondern auch die niedrigste Hand. Damit eine Hand als Low gilt, müssen alle 5 Karten unterhalb der Neun liegen (Beispiel: A-2-4-5-6). Bei mehreren Low-Händen gewinnt die Hand, mit dem niedrigsten Wert auf der höchsten Karten. Sind die höchsten Karte identisch wird die zweithöchste Karte beider Blätter verglichen usw. Ein Beispiel dazu: 2-4-5-6-7 schlägt A-2-4-6-8 und A-2-3-6-8 schlägt A-2-4-7-8

Five Card Draw Poker

Five Card Draw ist die wahrscheinlich älteste Pokervariante. Aus ihr entwickelten sich alle heutigen Ableger des Pokerspiels. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Variante dem Draw Poker (also dem Ziehen von Karten) zuzuordnen.

Five Card Draw wird von zwei bis maximal sieben Personen mit einem Paket zu 52 Blatt gespielt.

Man kann Draw Poker in zwei verschiedenen Varianten spielen: entweder mit Antes, oder aber auch mit Blinds, wie dies zum Beispiel bei PokerStars der Fall ist.

Nach dem Austeilen der Karten erfolgt die erste Wettrunde. Der Spieler zur Linken des Gebers ist als erster an der Reihe, d.h er kann entweder checken oder die Wettrunde mit einem Einsatz eröffnen. Gewöhnlich darf man in einer Wettrunde maximal dreimal erhöhen. Es gelten die Pokerregeln der allgemein gültigen Varianten.

Nach der ersten Wettrunde folgt nun der Kartentausch (Draw). Jeder Spieler kann nun die ihm wertlos erscheinenden Karten verdeckt ablegen und erhält danach der Reihe die gleiche Anzahl an Karten vom Dealer.

Nach dem Kartentausch folgt die zweite und letzte Wettrunde. Der Spieler, der in der ersten Wettrunde zuletzt erhöht hat, bzw. falls keine Erhöhung stattgefunden hat, der Eröffner der ersten Wettrunde, muss als erstes handeln. Auch jetzt darf wieder bis zu maximal dreimal erhöht werden.

Sind nach der zweiten Wettrunde noch zwei oder mehr Teilnehmer im Spiel, beginnt der Showdown. Der Spieler, der zuletzt erhöht hat, oder falls niemand erhöht hat, derjenige, der die letzte Wettrunde eröffnet hat, muss seine Hand vollständig vorzeigen. Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt den Pot, die Wertigkeit der Kombinationen ist identisch mit den allgemeinen Ranking beim Poker. Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern geteilt.

Five Card Draw Poker kann man als Fixed-Limit oder als Pot-Limit Variante spielen. Zweitere hat einen wesentlich höheren Reiz.

Chinese Poker

Poker bietet ein umfangreiches Arsenal an Varianten, aber kaum eine ist derzeit so beliebt wie Chinese Poker. Jeder Profi spielt es und man kann eine Menge dabei verlieren. Bestes Beispiel ist Phil Hellmuth. Ihm gelang es im Vorfeld der EPT Grand Finals in Monte Carlo mehr als $500.000 in diesem Spiel zu verlieren. Hauptnutznießer war dabei Phil Ivey. Hellmuth beschreibt es als den größten Verlust seines Lebens und wer um $2.000 pro Punkt spielt, kann davon ausgehen, dass derartige Swings im Bereich des Möglichen liegen.

Regeln
Chinese Poker wird um Punkte gespielt, welche auf einem Zettel notiert werden können. Dabei entspricht jeder Punkt einem bestimmten Geldbetrag. Gespielt wird Chinese Poker mit 2 bis 4 Spielern wobei jedem Spieler 13 Karten ausgeteilt werden. Diese muss der Spieler nun in drei Händen aufteilen. Die Back- und die Middlehand umfassen je 5 Karten, die Fronthand 3 Karten. Dabei muss, gemäß dem normalen Pokerranking, die Backhand das beste Blatt sein. Die Middlehand muss schlechter als die Backhand sein, dafür aber besser als die Fronthand. Hierbei ist zu beachten, dass bei der Fronthand keine Straights oder Flushes zählen.

Nachdem jeder Spieler seine Hände erstellt hat, ordnet er sie folgendermaßen vor sich an:
Die Backhand liegt direkt vor ihm, darüber die Middlehand und noch einmal darüber die Fronthand. Nun werden die Hände umgedreht und gemäß dem Scoring untereinander verglichen.

Scoring
Obwohl verschiedene Varianten im Umlauf sind, ist die normalübliche Scoringmethode die "2-4" Regel, welche auf folgenden Grundsätzen basiert:

* Schlagen zwei der eigenen Hände die zwei Hände des Gegners, gewinnt man zwei Punkte. Dem Verlier werden zwei abgezogen.

* Gewinnt man alle drei Hände, erhält man vier Punkte. Dem Verlierer werden vier Punkte abgezogen.

Das mag zunächst kompliziert klingen, ist jedoch mit etwas Übung und logischem Denken durchaus schnell zu meistern. Hier ein Beispiel:

Spieler 1:
Backhand: Ad Jd 9d 5d 4d (Ace High Flush)
Middlehand: 2d 3h 4c 5s 6h (6 high Straight)
Fronthand: Kc Js 9s (King-high, Jack Kicker)

Spieler 2:
Backhand: 2h 3s 4s 5h 6s (6 high Straight)
Middlehand: Ac Ah Th 6c 5c (Pair of Aces)
Fronthand: 7h 7s Qc (pair of Sevens)

Spieler 3:
Backhand: Kh Kd Ks 2c 2d (Kings full)
Middlehand: Ts Tc Td 9c 4h (Trip Tens)
Fronthand: 3c 3d Qd (Pair of Threes)

Spieler 4:
Backhand: 8d 8c 8s 8h 6s (Quad Eights)
Middlehand: Jh Jc 7c 7d As (Jacks and Sevens)
Fronthand: Qs Qh 9h (pair of Queens)

Daraus ergibt sich folgendes Bild:

Spieler 1 vs. Spieler 2:
Backhand: Flush von Spieler 1 schlägt Straight von Spieler 2
Middlehand: Straight von Spieler 1 schlägt Ass-Paar von Spieler 2
Fronthand: Siebenerpaar von Spieler 2 schlägt King High von Spieler 1.

Resultat: Spieler 1 gewinnt 2 Punkte, Spieler 2 verliert 2 Punkte.

Spieler 1 vs. Spieler 3:
Backhand: Full House von Spieler 3 schlägt Flush von Spieler 1
Middlehand: Straight von Spieler 1 schlägt Trips von Spieler 3
Fronthand: Dreierpaar von Spieler 3 schlägt King High von Spieler 1.

Resultat: Spieler 3 gewinnt 2 Punkte, Spieler 1 verliert 2 Punkte.

Spieler 1 vs. Spieler 4:
Backhand: Quad Eights von Spieler 4 schlägt Flush von Spieler 1
Middlehand: Straight von Spieler 1 schlägt Two Pair von Spieler 4
Fronthand: Damenpaar von Spieler 4 schlägt King High von Spieler 1.

Resultat: Spieler 4 gewinnt 2 Punkte, Spieler 1 verliert 2 Punkte.

Spieler 2 vs. Spieler 3:
Backhand: Full House von Spieler 3 schlägt Straight von Spieler 2
Middlehand: Trip Tens von Spieler 3 schlägt Ass-Paar von Spieler 2
Fronthand: Siebenerpaar von Spieler 2 schlägt Dreierpaar von Spieler 3.

Resultat: Spieler 3 gewinnt 2 Punkte, Spieler 2 verliert 2 Punkte.

Spieler 2 vs. Spieler 4:
Backhand: Quad Eights von Spieler 4 schlägt Straight von Spieler 2
Middlehand: Two Pair von Spieler 4 schlägt Ass-Paar von Spieler 2
Fronthand: Damenpaar von Spieler 4 schlägt Siebenerpaar von Spieler 2.

Resultat: Spieler 4 gewinnt 4 Punkte, Spieler 2 verliert 4 Punkte.

Spieler 3 vs. Spieler 4:
Backhand: Quad Eights von Spieler 4 schlägt Full House von Spieler 3
Middlehand: Trip Tens von Spieler 3 schlägt Two Pair von Spieler 4
Fronthand: Damenpaar von Spieler 4 schlägt Dreierpaar von Spieler 3.


Resultat: Spieler 4 gewinnt 2 Punkte, Spieler 3 verliert 2 Punkte.

Damit kommen wir zu folgender Berechnung:

Spieler 1: (+2, -2, -2) total= -2
Spieler 2: (-2, -2, -4) total= -8
Spieler 3: (+2, +2, -2) total= +2
Spieler 4: (+2, +4, +2) total= +8


Bonus Hände:
Je nach Spielrunde oder Spielort ist es auch möglich, dass man für bestimmte Hände ("Royalities" genannt) Bonuspunkte bekommt. Diese variieren jedoch von Ort zu Ort und können beliebig festgelegt werden. Typisch ist folgende Aufteilung:

Straight Flush in der Middle- oder Backhand: 4 Punkte Quads in der Middle- oder Backhand: 3 Punkte Full House in der Middlehand: 1 Punkt Trips in der Front Hand: 2 Punkte

Besondere Hände wie ein 13 Card Flush bzw. Straight oder 6 Paare werden mit einem automatischen Sieg gegen den Gegner im Wert von 12 Punkten belohnt.

Variationen:
In den High Stakes Spielen während der Turniere ist eine Variante beliebt, bei der die Middlehand die bestmögliche Lowball Deuce to Seven Hand ist. Das Maximum, was erreicht werden kann ist 2-3-4-5-7. Straights oder Flushes zählen gegen einen.

Greg Raymer entwickelte eine 17 Karten Variante für maximal 3 Spieler. Dabei wird den drei bekannten Händen eine vierte Hand mit vier Karten hinzugefügt. Ziel ist es die beste Badugi Hand zu erstellen. Ziel in Badugi ist es die niedrigste Hand mit allen vier Farben zu erhalten. Asse sind niedrig und dementsprechend ist A-2-3-4 rainbow das bestmögliche.

Fazit:
Chinese Poker ist mehr als eine nette Abwechslung. Zwar hält sich der Skillfaktor im Vergleich zu anderen Pokervarianten in Grenzen, dennoch macht ein Abend Chinese Poker eine Menge Spaß und jeder der nach etwas Abwechslung auf dem Pokertisch sucht, sollte Chinese Poker mal eine Chance geben.